Ralph Dutli
Nichts als Wunder

Essays über Poesie
Odeon 20
2007. 260 Seiten. Englische Broschur
EUR (D) 22.90 /
CHF 39.50 (UVP) /
EUR (A) 23.60
ISBN 9783250300205

»Ralph Dutli macht uns Mut, uns ohne theoretische Scheuklappen dem Gedicht auszusetzen, Laut und Sprache zu folgen und das gedruckte Wort als Partitur zu verstehen, die nicht gelesen, sondern gespielt werden will.« Georg Deggerich, Schweizer Monatshefte 06/2007

Was Poesie vermag, was sie kann und will, und vielleicht auch soll – dieser Frage geht Ralph Dutli in seinen Essays mit Intuition und Gespür, mit dem Wissen des Lyrikers, Gedichtübersetzers und Poesiekenners nach. Ob es um die provenzalischen Troubadours geht, eine französische Renaissance-Lyrikerin, die englischen »Metaphysical poets«, die Surrealisten oder die russischen Dichter der Moderne – immer steht der magische Akt der Poesie im Mittelpunkt, das Sprache gewordene Wunder.
Ein »Poesie-Tagebuch« mit dem Titel »Der allerärmste Ort« versammelt Fundstücke, Reflexionen, Einkreisungen der Poesie, die sich immer wieder dem rationalen Zugriff entzieht. »Wahre Gedichte fliehen«, schrieb die amerikanische Dichterin Emily Dickinson. Ein Buch der Bewegung, der ungewohnten Blicke, der Entdeckungen – der Wunder!

 

»Ralph Dutli ist ein reicher Mann. Der Schweizer Lyriker und Lyrikübersetzer aus dem Russischen, Französischen, Englischen, Altprovenzalischen und Lateinischen weiß, wie ein Paradox, die Umarmung eines Reims, eine Lautassoziation die Gefängnismauern von Diktaturen, die Grenzen der Vereinsamung oder soziale Zwänge überwinden und durchdringen können. Mit der Feinsteuerung seiner philologischen Beschlagenheit und dichterischen Intuition bereist Dutli die stalinistische Sowjetunion, das Okzitanien der Troubadours, das spätrömische Reich, und er scheint sich, zumindest wortschöpferisch, überall zu Hause zu fühlen. Als Wortkunstreisebegleiter hilft dieses Buch, ferne Quellen der Inspiration anzuzapfen. Als Dichter-Dolmetscher beruft Dutli Kronzeugen für sein Credo, alle Lyrik brauche Grenzüberschreitung und sinnliche Lust. Die Dichtung ist für Dutli das gelobte Land. In einem Bukett aus fünfzig sie umkreisenden Sentenzen, die den Autor als poesiesüchtig ausweisen, singt er das Loblied ihres Daseins, das frei von Zwecken und Autoritäten ist. Sein sprachmusikalisches Gehör erlaubt ihm kühne deutsche Variationen ...«
Kerstin Holm, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. Oktober 2007

 

»Ein wahres Füllhorn von Gedichten und Geschichten von Gedichten.«
Gunhild Kübler, NZZ am Sonntag, 1. April 2007