Pressestimmen: Abraham Sutzkever

Wilner Getto 1941 - 1944 und Gesänge vom Meer des Todes

"Er schuf Lieder für die Ewigkeit und Lieder, die den Verdammten im Lager zum Trost wurden. Abraham Sutzkevers Texte sind ein Wunder und die Bücher ein Ereignis. Die Dichtung hat gesiegt."
Stefan Berkholz
, Freiburger Rundbrief, 2/2010

 

"Mit der Veröffentlichung zweier Bände mit Werken des in diesem Jahr verstorbenen jiddischen Dichters Abraham Sutzkever aus Wilna gibt uns jetzt der Ammann Verlag eine unvergleichliche Chance der Erinnerung. Die vom Verlag vorgegebene und dann gemeinsam mit dem Übersetzer erweiterte Idee, dem Erfahrungsbericht Lyrik an die Seite zu stellen, kann man nur als glücklich bezeichnen. Die Gedichte hindern den Leser daran, den Bericht über die Verfolgung und Ermordung der Wilnaer Juden durch die Nazis und ihre litauischen Helfer einfach nur seinem gesammelten Wissen über den Holocaust zuzuschlagen. Sie stoßen ihn auf etwas, was ihm beim Abheften als Erstes verloren ginge: auf die 'Fassungslosigkeit' (S. Friedländer) der Erzählung." Südkurier, 25.03.2010

 

"Sein Tagebuch aus dem Getto ist ein erschütternder Bericht, der den Menschen einen Namen gibt, ihren Alltag schildert, geprägt von ständiger Todesangst, von unvorstellbaren menschenverachtenden Gräueln, aber auch vom Überlebenswillen der Bewohner, der sie trotz allem Schulunterricht, Konzerte oder Theateraufführungen organisieren ließ. Mit seinen Gedichten und seinem Tagebuch ist Sutzkever zum modernen Hiob geworden, der nicht wie Dante aus einer fiktiven Hölle, sondern aus einer realen Hölle berichtet, und das in einer Poesie, die Zeugnis gibt von großer Innerlichkeit und Lebenskraft. Ammann ist glücklich, in Hubert Witt auch einen Übersetzer gefunden haben, der den spezifischen jiddischen Ton mitschwingen lässt." Schwäbische Zeitung, 10.03.2010

 

"Abraham Sutzkever und sein Übersetzer Hubert Witt haben für die Ereignisse im Wilner Getto von 1941-1944 eine ganz eigene Sprache gefunden. Knappe, kurze Sätze schildern holzschnittartig, expressionistisch das fürchterliche Geschehen. Es gelingt Hubert Witt, einen Hauch des Jiddischen in sein Deutsch hineinzuweben."
Konrad Holzer,
Buchkultur, Februar 2010

"Sutzkevers Bericht ist ein Menschheitsdokument und ein literarisches Werk gleichermaßen."
Christian Eger,
Mitteldeutsche Zeitung, 26.01.2010

 

"Diese beiden Dokumente, die Tagebuchnotiz und das kurze Poem, sind wieder an die Öffentlichkeit gekommen, weil der Züricher Ammann-Verlag das Werk des litauischen jiddischen Dichters in zwei von Hubert Witt sensibel ins Deutsche übertragenen Bänden herausgegeben hat: die Aufzeichnungen aus dem Wilner Getto zwischen 1941 und 1944 und die diese Zeit erschütternd begleitenden Gedichte, die „Gesänge vom Meer des Todes“. Beide Bücher aber des heute weitgehend vergessenen Abraham Sutzkever sind ein einzigartiges Mahnmal aus zu Worten gewordener Trauer, aus in Sätzen und Versen erstarrtem Entsetzen." Bernd Noack, Nürnberger Nachrichten, 22.01.2010

 

"Der Übersetzer Hubert Witt hat bei der Übertragung von Sutzkevers Gedichten Großartiges geleistet." Erich Klein, Volltext, Januar 2010

 

„Sutzkever veröffentlichte seinen Bericht separat, unter anderem in Paris und Moskau. Nur in Deutschland, dem Land der Mörder, erschien er nicht. Umso verdienstvoller ist es, dass der Ammann Verlag dieses Versäumnis nun endlich wett gemacht hat. Ein zweiter Band enthält eine bescheidene Auswahl aus Sutzkevers umfangreichem lyrischen Schaffen. Die beiden Schmerzensbücher sind vielfach aufeinander bezogen. Gemeinsam zeugen sie von einem der größten Dichter des 20. Jahrhunderts und seinem unglaublichen Schicksal.“
Ernst Piper, Deutschlandradio, 10.01.2010

 

"Die oft anonymen Opfer der Schoah werden bei ihm zu Subjekten, denn Sutzkever schildert viele ergreifende Einzelschicksale. Er erzählt aber auch von dem Überlebenswillen und der beeindruckenden Solidarität der Juden. In den Übersetzungen von Hubert Witt wirken die erschütternden Gedichte unmittelbar direkt und frei von Pathos."
Eva Pfister, Rheinischer Merkur, 3.12.2009


"Sutzkevers Bericht, der in quälender Genauigkeit bei den Einzelheiten bleibt, ist einzigartig." Cornelius Hell, DiePresse.com, 21.11.2009

 

"Dem großen jiddischen Lyriker Abraham Sutzkever hat die Dichtung einmal buchstäblich das Leben gerettet. Er hatte nämlich aus dem Getto sein Poem „Kol Nidre“ nach Moskau geschickt. Dort erschütterte es bei einer Lesung die Zuhörer derart, dass das Jüdische Antifaschistische Komitee beschloss, den Dichter und seine Frau zu retten. Ein kleines Flugzeug holte die Beiden hinter der Front aus den Wäldern von Litauen heraus."

Eva Pfister, Schweizer Radio DRS2, 23.11.2009

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"Hubert Witt hat eine schöne Auswahl der Gedichte getroffen und sie angemessen, also in einer behutsamen Gratwanderung zwischen Rhythmus, Reim und Sprachbildern, übersetzt. In Wilner Getto, das jetzt erstmals in deutscher Übersetzung vorliegt, beschreibt Sutzkever die Ghetto-Wirklichkeit und zugleich die Entstehung der Gedichte, die ihrerseits diese Wirklichkeit fest-halten. So stellt diese Ausgabe den Lyriker als Zeitzeugen und den Zeitzeugen als Lyriker vor. In diesen Gedichten schafft er suggestive Sprachbilder, um seelische Landschaften zu zeichnen, und kombiniert archaische mit modernen Ausdrücken – wie man in der von Hubert Witt nun besorgten Auswahl der Gedichte erkennen kann." Stefana Sabin, NZZ, 21.11.2009

"Sutzkever hat eine helle, klare Sprache, stellenweise schmuggelt er poetische Wendungen ein, als wolle er die graue Knattersprache des Krieges konterkarieren. Und er ist unglaublich spannend."

Balduin Winter, Kommune, Herbst 2009


"Man merkt Sutzkevers Sprache an, dass er genau diesen nicht zu bewältigenden Akt zu bewältigen versucht hat. Mal ist seine Sprache zerbrechlich und weich, immer wieder ganz und gar sachlich und beschreibend – wie, als würde er anders gar nicht über all den Tod schreiben können. Als er nach der Befreiung über die Massengräber in Ponar schreitet, schreibt er: „Wie kann ich hier so ruhig meine Erlebnisse notieren, wie kann ich überhaupt schreiben, was ich dort gesehen habe, wenn ich doch selbst nicht im Stande bin, es zu begreifen.“ Soviel ist sicher: Mit „Wilner Getto 1941–1944“ liegt ein Zeitzeugenbericht von bezeichnender Dringlichkeit vor. Kann man nach Auschwitz noch schreiben? Ja. Um den Schrecken zu benennen. Um ihn fassen zu können. Vielleicht verstehen. Oder ihn zumindest eingrenzen."

Martin Spiess, Die Berliner Literturkritik, 6.11.2009

"Die beiden Schmerzensbücher sind vielfach aufeinander bezogen. Gemeinsam zeugen sie von einem der größten Dichter des 20. Jahrhunderts und seinem unglaublichen Schicksal."
Ernst Piper, Tagesspiegel, 01.11.2009

"Dass der Verlag vom ursprünglichen Plan, dem Ghettobericht bloß einige korrespondierende Gedichte beizugeben, abgegangen ist und nun das lyrische Werk in gleicher Gewichtung vorgelegt hat, macht diese Doppelpublikation umso verdienstvoller. Ihre parallele Lektüre öffnet vollkommen neue Perspektiven auf ein Werk, das allergrößte Beachtung und eine zahlreiche Leserschaft verdient."
Stephan Steiner, falter.at, 12.10.2009


"Abraham Sutzkever wird mit seiner Prosa zum Chronisten der Unterdrückung und Vernichtung der Juden von Vilnius. Jetzt, siebzig Jahre nach Beginn des zweiten Weltkriegs, liegt Abraham Sutzkevers Hauptwerk auf Deutsch vor. Der Leipziger Übersetzer Hubert Witt hat es akribisch aus dem Jiddischen übertragen."
Cornelia Geissler, Berliner Zeitung, 24.09.2009

"Die Chronik des Wilner Gettos ist ein kühles und doch fiebrig heiß wirkendes Buch, dem Fassungslosigkeit und eine unerhörte Entschlossenheit auf jeder Seite eingeschrieben ist. Auch wenn der Autor 1944 schon fast alles weiß, sein Text "weiß nicht". Denn der Sprecher der Chronik ist nicht allein der Autor selbst, sondern viele, viele der ermordeten oder überlebenden Bewohner dieses Gettos."
Sabine Peters, Deutschlandfunk, Büchermarkt. 1. Oktober 2009
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"Hubert Witt hat eine schöne Auswahl der Gedichte getroffen und sie angemessen, also in einer rücksichtsvollen Gratwanderung zwischen Rhythmus, Reim und Sprachbildern, übersetzt. In Wilner Getto, das jetzt erstmals in deutscher Übersetzung vorliegt, beschreibt Sutzkever die Gettowirklichkeit und zugleich die Entstehung der Gedichte, die ihrerseits diese Wirklichkeit festhalten. So stellt diese Ausgabe den Lyriker als Zeitzeuge und den Zeitzeugen als Lyriker vor."
Stefana Sabin, literaturkritik.de, 23.09.2009

"Dass dieses Buch nun auf Deutsch vorliegt, freut Dovid Katz, Leiter des Jiddisch-Lesekreises in Vilnius. Er lobt das Werk - natürlich auf jiddisch: Abraham Sutzkevers Memoiren sind ein Werk von hohem literarischen Wert und ich bin sehr zufrieden zu da wissen, dass das Buch in deitschischer Übersetzung erschienen. Es ist sehr wichtig, dass das Buch ist da in anderer Sprachen."
Deutschlandradio Kultur, 24. August 2009
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"Sutzkevers Erinnerungsbuch ist ein einzigartiges Zeugnis der brutalen Vernichtungspolitik des NS-Regimes im Baltikum. Bis an die Grenze des Erträglichen erzählt der Dichter. Dieses Werk ist ein Denkmal."
Stefan Brams, Neue Westfälische, 02.08.09

"Abraham Sutzkevers "Gesänge vom Meer des Todes" sind ein Monument der Weltliteratur. Ein lang verborgener, auch aus politischem Kalkül versteckter und durch Zensur beschädigter Epitaph ist geborgen, in das die Namen der Opfer eingemeißelt sind. Hubert Witt, dem Übersetzer, sowie dem Schweizer Verleger Egon Ammann ist ein vielleicht letztes Fundstück jiddischer Literatur zu verdanken."
Herbert Wiesner, Die Welt, 01.08.2009

"Ein suggestiv, konkreter Erlebnisbericht. Seine Beschreibung der Scheiterhaufen, auf denen die Nazis sämtliche Spuren ihrer Opfer beseitigen hatten wollen, gehört zu den bedeutendsten je gschriebenen Texte über den Holocaust."
Erich Klein, Ö1 Ex Libris, 12.07.2009

"Wie immer die Gedichte im Jiddischen Original auch klingen mögen – der Übersetzer Huber Witt hat bei der Übertragung von Sutzkevers Gedichten Großartiges geleistet."
Erich Klein, Ö1 Ex Libris, 12.07.2009

"Wilner Getto ist in mehrfacher Hinsicht beeindruckend. Mit grosser Genauigkeit, oft in der Form eines Tagebuchs, legt Sutzkever Zeugnis von der Einschränkung des jüdischen Lebens ab, von Schikanen und brutaler Vernichtung. Zugleich schildert Sutzkever, wie eine Bevölkerung zu überleben versucht: Die Juden organisierten die Solidarität auf beeindruckende Weise. Sie ernährten jene mit, die gar nichts mehr hatten, halfen mit medizinischer Versorgung, bauten und vermittelten Verstecke, schmuggelten wichtige Dinge ins Ghetto. Darunter waren auch Waffen, aber der versuchte Aufstand scheiterte. In Wilner Getto werden die so oft anonymen Opfer der Schoah zu Subjekten. Sutzkever schildert viele erschütternde Einzelschicksale, aber auch das Kulturleben, das die GhettobewohnerInnen gegen alle Widrigkeiten aufrechterhielten."
Eva Pfister, WOZ Die Wochenzeitung, 16.07.2009

"Abraham Sutzkever ist ohne jeden Zweifel eine der großen Figuren der jiddischen Literatur. Dass er mit dieser Ausgabe praktisch der Versenkung entrissen wird, ist nur zu begrüßen. Auch wenn die Lektüre schmerzt."
Gregor Ziolkowski, Deutschlandradio Kultur, 03.07.2009

"Was Abraham Sutzkever gesehen hat, vermag man sich nicht vorzustellen. Man kann aber lesen davon, was er erlebte, als die Deutschen im Jahr 1941 in Vilnius einmaschierten. Er war dabei, er hat viel mehr gesehen, als ein Herz und Hirn zu fassen vermögen. Sein Bericht, im Ton so nüchtern und doch ergreifend geschrieben."
Cornelia Geissler, Berliner Zeitung, 27.06.2009